In den letzten zehn Jahren sind aus den forensischen Psychiatrien in Baden-Württemberg immer wieder Menschen geflohen – 2022 waren es sogar 107 Fälle. Dabei unterscheidet man zwischen kleinen Ausreißern von bis zu zwei Stunden und echten Ausbrüchen, bei denen oft auch Gewalt angewendet wird. Glücklicherweise sind schwere Straftaten wie Mord oder Sexualdelikte während der Fluchten extrem selten. Wenn Geflohene gefasst werden, verlieren sie ihre Lockerungen und müssen meist in besonders gesicherten Bereichen bleiben, während ihr Verhalten genau untersucht wird. Die Landesregierung lehnt den Einsatz von Fußfesseln bei sogenannten Freigängern ab, weil dies die Therapie und die Vorbereitung auf ein normales Leben behindert. Stattdessen setzt man auf intensive Behandlung und stufenweise Lockerungen, um die Patienten sicher zurück in die Gesellschaft zu führen.
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