SymbolbildBild: Uoaei1 · CC BY-SA 4.0
Viele Windkraftanlagen in Baden-Württemberg stoppen oft den Betrieb, um Tiere zu schützen. Das betrifft vor allem Fledermäuse und große Vögel wie Rot- und Schwarzmilan. Diese Tiere sind streng geschützt, auch wenn sie nicht gefährdet sind. Die Abschaltungen betreffen Anlagen im ganzen Land. Sie dauern unterschiedlich lang und hängen vom Standort ab.
Die Abschaltungen schützen die Tiere vor Kollisionen mit den Rotorblättern. Das ist aktuell die einzige wirksame Methode dafür. Betreiber von Windrädern berichten von einem Ertragsverlust zwischen zwei und zehn Prozent durch die Abschaltungen. Meist stoppen die Anlagen bei geringem Wind, wenn sie sowieso wenig Strom liefern.
Die Landesregierung erfasst keine genauen Zahlen zu den Abschaltungen. Aber seit 2014 gibt es Vorgaben für den Schutz von Fledermäusen bei der Genehmigung von Windrädern. Auch für große Vögel gibt es Schutzauflagen. Trotz des Grundsatzes "Populationsschutz vor Individuenschutz" gibt es Fälle, in denen einzelne Anlagen abgeschaltet werden, um einzelne Tiere zu schützen. Das sorgt für Unmut bei den Betreibern und in den Gemeinden.
Ein Beispiel sind die Windparks Hohfleck in Sonnenbühl und Gomadingen. Dort dürfen viele Anlagen tagsüber mehrere Monate nicht drehen. Die Abschaltungen führen zu wirtschaftlichen Problemen bei Firmen. Sie erschweren den Ausbau der Windenergie in Baden-Württemberg und können die Abhängigkeit von anderen Energiequellen verlängern.
Ein Monitoring der Tiere an den Windrädern findet meist nicht statt. Nur bei Forschungsprojekten werden Tiere mit GPS verfolgt oder Kameras eingesetzt. Diese Daten helfen, die Schutzmaßnahmen zu verbessern. Gesetzlich ist eine solche Überwachung nicht vorgeschrieben. Die Landesregierung prüft, wie Genehmigungsverfahren für neue Schutzsysteme beschleunigt werden können.
Die Antwort stammt aus einer Anfrage im Landtag von Baden-Württemberg. Sie zeigt, wie komplex der Schutz von Tieren bei der Windenergie ist. Das Bundesnaturschutzgesetz schützt Tiere stark, auch wenn das manchmal den Betrieb von Windrädern einschränkt. Die Behörden müssen immer abwägen zwischen dem Schutz der Tierarten und der Nutzung der erneuerbaren Energie. Der Ausbau der Windkraft kann durch diese Regeln langsamer werden. Die Abschaltungen sind aktuell die einzige sichere Methode, Tiere vor Verletzungen zu schützen. Neue technische Lösungen sind in Planung, brauchen aber Genehmigungen.