SymbolbildBild: Björn Sothmann · CC BY-SA 4.0
Baden-Württemberg hat keine genauen Zahlen, wie viele Haushalte ab 2027 ihren Anspruch auf Wohngeld verlieren. Die Bundesregierung plant eine Reform des Wohngeldgesetzes. Diese soll ab 1. Januar 2027 gelten und viele Haushalte betreffen.
Bundesweit verlieren nach Berechnungen der Bundesregierung rund 238 000 Haushalte im Jahr 2029 ihren Wohngeldanspruch vollständig. Davon wechseln etwa 143 000 Haushalte in die Grundsicherung. Für Baden-Württemberg gibt es keine speziellen Schätzungen zu diesen Zahlen. Die Landesregierung kann daher nicht sagen, wie viele Menschen in Baden-Württemberg betroffen sind.
Auch zur Frage, wie viele Haushalte infolge der Reform in andere Sozialleistungen wechseln, liegen keine Zahlen vor. Bundesweit rechnet die Bundesregierung mit etwa 68 000 Haushalten, die Leistungen nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch beziehen, und 75 000 Haushalten, die Leistungen nach dem Zwölften Buch erhalten. Eine genaue Verteilung auf Baden-Württemberg fehlt.
Die Landesregierung hat keine Daten, um den durchschnittlichen monatlichen Rückgang des Wohngeldes für Berechtigte in Baden-Württemberg zu beziffern. Bundesweit sollen die Ausgaben für Wohngeld durch die Reform um mehrere hundert Millionen Euro jährlich sinken.
Die Zahl der Menschen, die Tafeln oder Suppenküchen in Baden-Württemberg nutzen und durch den Wegfall des Wohngeldanspruchs Probleme bekommen könnten, ist ebenfalls unbekannt. Die Tafeln entscheiden selbst, welche Nachweise sie als Beleg für Bedürftigkeit akzeptieren. Es gibt keine Meldungen über Schwierigkeiten bei der Bedürftigkeitsprüfung durch die Wohlfahrtsverbände oder die Tafeln. Die Landesregierung hat keine Untersuchungen oder Vereinbarungen zu möglichen Zugangsverlusten veranlasst.
Die geplante Reform soll das Wohngeld insgesamt vereinfachen und modernisieren. Sie könnte aber dazu führen, dass viele Haushalte ihren Anspruch verlieren. Wie viele Menschen in Baden-Württemberg genau betroffen sind, ist unklar. Auch mögliche Folgen für die Versorgung durch Tafeln und Suppenküchen sind unbekannt. Die Tafeln können in eigener Verantwortung alternative Nachweise akzeptieren. Dadurch könnten Zugangsverluste teilweise aufgefangen werden.
Wohngeld ist eine staatliche Unterstützung für Menschen mit geringem Einkommen, die ihre Wohnkosten nicht allein tragen können. Die Reform soll das Verfahren ändern und das Wohngeld neu berechnen. Tafeln und Suppenküchen helfen Menschen mit wenig Geld, indem sie Lebensmittel und Mahlzeiten anbieten. Sie verlangen oft einen Nachweis über Bedürftigkeit. Ein Wohngeldbescheid kann diesen Nachweis ersetzen, wenn die Tafeln das akzeptieren. Die Landesregierung in Baden-Württemberg hat keine eigenen Zahlen zur Zahl der Betroffenen oder zu den Folgen der Reform vorliegen.