Bild: 4028mdk09 · CC BY-SA 3.0
Buchen startet am 5. November 2026 eine Veranstaltungsreihe zum Gedenken an die Opfer der Novemberpogrome von 1938. Die Aktionen finden an verschiedenen Orten in der Stadt statt. Die Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, daran teilzunehmen.
Das Kinomobil Baden-Württemberg zeigt am 5. November um 19 Uhr im Burghardt-Gymnasium in Buchen den nationalsozialistischen Propagandafilm „Jud Süß". Der Film war einer der erfolgreichsten antisemitischen Filme der NS-Zeit. Der Filmwissenschaftler Arndt Klingelhöfer aus Mainz führt in den Film ein und erklärt seine Bedeutung.
Am 9. November 2026 findet um 18.45 Uhr eine öffentliche Gedenkveranstaltung an der "Gedenkstätte für alle Opfer des Nationalsozialismus" am Jakob-Mayer-Platz in Buchen statt. Danach gibt es um 19.30 Uhr im Klösterle eine Lesung aus dem Roman „Gast in der Heimat" von der jüdischen Schriftstellerin Viktoria Wolff.
Die Novemberpogrome am 9. November 1938 brachten auch in Buchen großes Leid. Die Synagoge wurde zerstört. Die jüdische Bevölkerung wurde mit Gewalt angegriffen. Der Kaufmann Strauß wurde von einem SS-Mann verletzt. Jacob Mayer wurde von SA- und SS-Männern geschlagen. In den Stadtteilen Bödigheim, Eberstadt und Hainstadt gab es weitere Misshandlungen und Zerstörungen. In Eberstadt wurde die Witwe Susanna Stern ermordet.
Insgesamt starben rund 100 Menschen aus Buchen und seinen Stadtteilen durch die nationalsozialistische Verfolgung. Dazu gehörten nicht nur jüdische Menschen, sondern auch Sinti, Menschen mit Behinderungen und Andersdenkende. Die Webseite www.buchen-gedenkt.de erzählt die Lebensgeschichten dieser Opfer. Dort steht zum Beispiel die Geschichte von Julius Rothschild aus Eberstadt, der 1941 ins Ghetto Lodz deportiert wurde und 1942 starb.
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