SymbolbildBild: Aude · CC BY-SA 3.0
Am 25. Juli 2026 gab es in Berlin einen islamistischen Anschlag auf den Christopher Street Day. Ein Mensch starb und 31 wurden verletzt. Der Täter Abdul B. war den Sicherheitsbehörden bereits bekannt. Das Bundeskriminalamt (BKA) und andere Bundesbehörden hatten ihn zuvor als Risiko eingestuft.
Zwischen Mai 2025 und Mai 2026 war Abdul B. achtmal Thema im Gemeinsamen Terrorismusabwehrzentrum. Am 26. Mai 2026 trafen sich Vertreter vom BKA, dem Bundesamt für Verfassungsschutz und anderen Behörden. Sie sprachen über Schutzmaßnahmen nach Abdul B.s Haftentlassung. Das Landeskriminalamt Berlin bewertete ihn am 13. Mai 2026 mit dem Instrument RADAR-iTE als „hohes Risiko“ für eine lebensgefährliche Tat.
Die Behörden setzten mehrere Schutzmaßnahmen um. Sie beobachteten Abdul B. nach der Haftentlassung. Wegen seines ruhigen Verhaltens reduzierten sie die Kontrollen. Das BKA wusste vor dem Anschlag nicht genau, wie stark die Maßnahmen noch waren. Eine geplante neue Risikoanalyse konnte wegen Abdul B.s Tod nicht mehr gemacht werden.
Am 2. Juli 2026 verließ Abdul B. seine Wohnung und trug scheinbar eine Waffe. Später stellte sich heraus, dass es eine Wasserpistole war. Das BKA begann eine neue Risikoanalyse, kam vor dem Anschlag aber nicht dazu. Zwischen den Bundesbehörden gab es keinen direkten Austausch zu Abdul B. vor dem Anschlag. Das Bundesministerium des Innern war nicht über Details informiert.
Die Behörden prüfen üblicherweise alle drei Monate das Risiko bei hochgefährlichen Personen. Für Abdul B. war eine neue Bewertung für den 13. August 2026 geplant. Wegen des Anschlags fand diese nicht statt. Die Bundesregierung gab an, dass die Umsetzung der Schutzmaßnahmen in der Verantwortung der einzelnen Behörden lag. Es gibt keine Berichtspflicht über die Umsetzung gegenüber dem BKA.
Die Bundesregierung beantwortete eine Kleine Anfrage im Bundestag zu den Kenntnissen und Maßnahmen vor dem Anschlag. Das Gemeinsame Terrorismusabwehrzentrum koordiniert die Zusammenarbeit verschiedener Sicherheitsbehörden. RADAR-iTE ist ein Werkzeug zur Einschätzung der Gefahr durch islamistische Täter. Es soll alle drei Monate bei hohem Risiko neu angewendet werden, wenn keine neuen Erkenntnisse vorliegen. Die Zusammenarbeit zwischen Bundes- und Landesbehörden ist wichtig für die Terrorabwehr, aber Zuständigkeiten und Informationsflüsse sind komplex.