SymbolbildBild: whitehouse.gov · Public domain
Der Bundestag hat am 8. Oktober 2026 über ein neues Gesetz zur Besteuerung von Kryptowährungen abgestimmt. Das Gesetz sollte die sogenannte Haltefrist für Kryptogewinne abschaffen. Diese Haltefrist bestimmt, wann Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowährungen steuerfrei sind. Die Abstimmung fand in Berlin statt.
Der Vorschlag wollte, dass alle Gewinne aus privaten Verkäufen von Kryptowährungen versteuert werden. Das gilt unabhängig davon, wie lange die Kryptowährungen gehalten wurden. Bisher sind Gewinne aus Verkäufen nach mehr als einem Jahr Haltezeit steuerfrei. Das Gesetz sollte diese Ausnahme abschaffen. Dann wären Kryptogewinne wie andere Einkünfte mit dem persönlichen Einkommensteuersatz zu versteuern. Die neue Regel sollte für Kryptowährungen gelten, die ab dem 1. Januar 2026 gekauft wurden.
Die Befürworter erklärten, dass diese Änderung eine Gerechtigkeitslücke schließen soll. Sie wiesen darauf hin, dass andere Wertanlagen wie Aktien immer besteuert werden. Deutschland ist eines der wenigen Länder in Europa, das Kryptogewinne nach der Haltefrist steuerfrei lässt. Auch EU-Regeln und der verbesserte Informationsaustausch der Behörden sollten die steuerliche Erfassung erleichtern.
Gegner des Gesetzes warnten vor neuen Ungerechtigkeiten. Sie erklärten, dass andere Werte wie Edelmetalle oder Fremdwährungen anders besteuert werden. Die Abschaffung der Haltefrist für Kryptowährungen würde das Steuersystem unübersichtlich machen. Außerdem kritisierten sie, dass der Gesetzentwurf keine automatisierte Steuererhebung bei Kryptobörsen vorsieht. Das könnte zu mehr Bürokratie führen. Einige befürchteten auch, dass es verfassungsrechtliche Probleme wegen der rückwirkenden Anwendung geben könnte.
Der Bundestag lehnte den Vorschlag mit 132 Ja-Stimmen und 445 Nein-Stimmen ab. Die Mehrheit stimmte gegen die Abschaffung der Haltefrist für Kryptogewinne. Damit bleibt die bisherige Regelung erhalten.
Der Gesetzentwurf stammt von Abgeordneten der Grünen-Fraktion. Er sollte die steuerliche Gleichbehandlung von Kryptowährungen mit anderen Kapitalanlagen verbessern. Das Gesetz beruht auf dem Einkommensteuergesetz, das private Gewinne aus Verkäufen innerhalb eines Jahres besteuert. Für Kryptowährungen gilt derzeit eine Ausnahme. Die Abschaffung der Haltefrist hätte dazu geführt, dass alle Gewinne aus Kryptoverkäufen besteuert werden. Das ist in vielen anderen EU-Ländern üblich. Die Debatte zeigt, dass die Besteuerung von Kryptowährungen in Deutschland weiter umstritten bleibt. Die Erhebung der Steuer bei Kryptowährungen ist komplex, weil die digitalen Werte schnell wechseln und schwer zu kontrollieren sind.
Einordnung der Redaktion, keine Aussage der Quelle.