SymbolbildBild: United States Public Health Service · Public domain
Deutschland fördert seit 2021 die bundesweite Aufklärungskampagne „Deutschland erkennt Sepsis“. Die Kampagne erhält jährlich rund 1,5 Millionen Euro vom Bundesgesundheitsministerium. Ziel ist es, die Bevölkerung und das medizinische Personal über die lebensbedrohliche Krankheit Sepsis zu informieren.
In Deutschland erkranken jährlich mindestens 230 000 Menschen an einer Sepsis. Mindestens 85 000 von ihnen sterben daran. Damit zählt die Sepsis zu den häufigsten Todesursachen im Land. Im Vergleich zu anderen Ländern ist die Sterblichkeit hierzulande seit etwa 30 Jahren auf hohem Niveau und stagniert. Andere Länder wie Australien oder Schweden konnten ihre Sterblichkeit durch bessere Aufklärung deutlich senken.
Die Bundesregierung setzt auf einen breiten Ansatz. Sie fördert wissenschaftliche Untersuchungen zu Sepsis, ihren Langzeitfolgen und zur Wirkung von Aufklärungskampagnen. Zudem unterstützt sie Maßnahmen zur Verhinderung von Infektionen durch Impfungen. Seit 2023 gibt es eine neue Antibiotika-Strategie, die auch die Sepsisbekämpfung stärkt.
Ab 2026 sollen Krankenhäuser Daten zur Sepsis-Diagnose und -Behandlung sammeln. Das hilft, die Versorgung zu verbessern und die Sterblichkeit zu senken. Das Robert Koch-Institut arbeitet an neuen Methoden zur Erfassung von Sepsis-Fällen mit Labor-Daten. Damit soll die Erkennung der Krankheit schneller und genauer werden.
Die Sepsis ist eine gefährliche Reaktion des Körpers auf eine Infektion. Sie führt oft zu Organversagen und kann tödlich sein. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rief 2017 alle Länder auf, die Sepsis-Behandlung zu verbessern. Deutschland hat diese Forderung mit initiiert, aber bislang keine eigene nationale Strategie entwickelt. Andere Länder zeigen, dass sich durch Aufklärung und bessere Versorgung die Sterblichkeit deutlich reduzieren lässt. Die Sepsis-Erkennung ist schwierig, weil Symptome oft unspezifisch sind. Eine schnelle Behandlung ist aber entscheidend für das Überleben.