SymbolbildBild: Ilikeliljon · CC BY-SA 4.0
Am Dienstag, 27. Oktober 2026, kam eine Holzblasinstrumentenbauerin ins Dußlinger Rathaus. Sie begrüßte die Mitarbeiter mit einem traditionellen Wandergruß. Die Gesellin war auf Wanderschaft, auch „auf die Walz“ genannt.
Das Wandern als Gesellin geht auf einen Brauch aus dem Mittelalter zurück. Die Gesellen reisen durch Deutschland oder ins Ausland, um zu arbeiten und Erfahrungen zu sammeln. Sie wählen selbst ihre Reiseziele. Ein Bannkreis von meist 50 Kilometern um den Heimatort ist tabu. Die Reise dauert mindestens drei Jahre und einen Tag.
Die Wanderin trägt ein Wanderbuch mit ihren persönlichen Daten. Menschen, die sie auf ihrem Weg unterstützen, tragen sich in das Buch ein. Im Dußlinger Rathaus stempelte die Gemeinde das Dienstsiegel in das Buch. Die Gesellin bekam einen kleinen „Reiseobulus“. Sie darf das Geld aber nicht für die Weiterreise oder Übernachtung ausgeben.
Die Gesellin bedankte sich und setzte ihre Wanderschaft fort. Die Gemeinde wünscht ihr alles Gute für die weitere Reise.
Die Wanderschaft ist eine alte Tradition von Handwerksgesellen. Sie dient dazu, neue Fähigkeiten zu lernen und Erfahrungen zu sammeln. Das Wanderbuch dokumentiert die Reise und die Unterstützung durch andere. Der Bannkreis schützt den Heimatort davor, dass die Gesellen dort arbeiten. Der Reiseobulus ist eine kleine Unterstützung, die nicht für die Reise selbst genutzt werden darf.
Einordnung der Redaktion, keine Aussage der Quelle.