SymbolbildSchlosskeller
In New York nennt man es eine Capital-B-Band, wenn eine Formation so lange zusammenspielt, dass das gemeinsame Selbstverständnis klar in der Musik heraussticht. Im Jazz ist das außergewöhnlich, nicht nur aufgrund des improvisatorischen Anteils, sondern auch weil es einfach schwer ist, in der freischaffenden Kulturwelt ein Projekt so lange finanziell zu tragen und sich dabei auch noch zu verstehen. Und doch ist es das Ergebnis wert, wie niemand Geringeres als Nils Landgren bereits meinte: “BLUFF ist eine echte Band”. Und weiter: “BLUFF ist ein Teil unserer Zukunft, schon jetzt”. Das war 2022. Seitdem hat das Hamburger Quartett nie seine Spur verloren. Jahr für Jahr geht die Band quer durchs Land auf Tour, samt Höhepunkten bei den Elbjazz- und JazzBaltica-Festivals. Daran ändert auch nichts, dass der Pianist Tim Scherer inzwischen in New York lebt und der Trompeter Christian Höhn so häufig in der renommierten NDR Bigband spielt, dass es gar keine Besonderheit mehr ist, Bassist Lucas Kolbe sein eigenes Pop-Projekt schultert und Schlagzeuger Matteo Stefani zwischen Deutschland, Frankreich und Italien hin- und herreist: Wenn sie zu viert zusammenkommen, ist es zweifelsohne die Capital-B-Band, die Nils Landgren prophezeit hat. Im Sommer hat BLUFF ihr zweites Album aufgenommen, das nächstes Jahr veröffentlicht wird. Der Band gelingt damit der Spagat zwischen Gefälligkeit und Anspruch, sodass die Musik einen beim Zuhören mal herausfordert, mal meditativ zudeckt, ohne einen dabei auch nur für einen Moment loszulassen. Oder, wie es der Musiker LAMBERT nach einem Konzert in Berlin formuliert hat: “Eine tolle Band, die irgendwo zwischen wirklich abstrakten Melodie- und Harmonieführungen trotzdem einen absoluten Pop-Appeal hat und einfach wahnsinnig gut klingt”. Auf der Tour in diesem Herbst gibt es einen Vorgeschmack auf die Musik, die erst ein Jahr später als Platte erscheint. Umso mehr Anlass, um diese noch junge und doch hocherfahrene Formation live zu erleben!
Schlosskeller Emmendingen e.V.





