Franziskanerkirche
ÜBER DAS PROGRAMM Mitten in der Krise: bauen, pflanzen, lieben. Der Prophet Jeremia richtet diesen Auftrag an Menschen, die ihre Heimat verloren haben und im babylonischen Exil leben. Ausgerechnet dort sollen sie Häuser bauen, Gärten pflanzen, Familien gründen und „der Stadt Bestes“ suchen. Nicht auf bessere Zeiten warten, sondern Verantwortung für die Gegenwart übernehmen. Was aber ist „der Stadt Bestes“? Der Tübinger Kammerchor Vokalkunst unter der künstlerischen Leitung von Daniel Radde geht dieser Frage mit A-cappella-Werken des 20. und 21. Jahrhunderts nach. Die Stadt wird dabei zum Prüfstein menschlicher Gemeinschaft. David Lang erzählt von einem Kind, das unbeachtet auf der Straße erfriert, und gibt der Klage um sein Schicksal Raum. Bei Rudolf Mauersberger gilt die Klage einer ganzen Stadt: dem biblischen Jerusalem, dem zerstörten Dresden und darüber hinaus jeder Stadt, die dem Krieg zum Opfer fällt. Henrik Dahlgrens Vox in Rama führt schließlich an einen biblischen Ort, an dem Klage, Verschleppung und Heimatverlust zusammentreffen. Damit stellt sich auch die Frage nach denen, die Gewalt sehen und geschehen lassen. Peter Michael Hamels Wir klagen an erinnert an Auschwitz, Dachau, Hoyerswerda und Rostock und fragt nach Schweigen und Wegsehen. Rolf Lukowsky benennt die Folgen des Krieges und mahnt: „Lasst einen Krieg nicht zu!“ Caroline Shaw setzt diesen Erfahrungen die ausgestreckte Hand der Freiheitsstatue entgegen: ein Versprechen von Aufnahme und Zuflucht. So bleibt Jeremias Auftrag eine Herausforderung an die Gegenwart: Die bessere Stadt ist keine ferne Utopie. Sie beginnt dort, wo Menschen einander nicht gleichgültig sind. David Lang – come, daughter Rudolf Mauersberger – Wie liegt die Stadt so wüst Rolf Lukowsky – Des Krieges Buchstaben Caroline Shaw – Her Beacon-Hand Beckons u. a. Werke TICKETS Kategorie 1: 20 € / ermäßigt 14 €Kategorie 2: 16 € / ermäßigt 10 €Kategorie 3: 12 € / ermäßigt 8 € Informationen & Tickets:https://vokalkunst.de/konzert/esslingen/

