SymbolbildKunstdruck CentralTheater
Playtime – Herrliche ZeitenFilmklassiker von und mit Jacques Tati Der Verein Cinema Central zeigt im ältesten Kino Süddeutschlands Jacques Tatis Meisterwerk „Playtime – Herrliche Zeiten" (Frankreich/Italien 1967, ca. 113–124 Min., ab 12 Jahren). Tatis liebenswert altmodischer Monsieur Hulot gerät gemeinsam mit einer Schar anderer „verlorener Seelen" in ein glitzerndes, ultramodernes Paris aus Glas, Stahl und endlosen Fluren. In nahezu wortlosen, präzise choreografierten Szenen entfaltet sich eine turbulente Komödie über Menschen, die sich in der Hochtechnologie-Architektur ihrer Zeit selbst verlieren – und dabei immer wieder aneinander vorbeilaufen, ohne sich je wirklich zu begegnen. Filmhistorische Bedeutung: „Playtime" gilt als Höhepunkt und zugleich als kostspieligstes Wagnis in Tatis Schaffen. Für den Film ließ er eigens eine gigantische Kulisse – die legendäre „Tativille" – vor den Toren von Paris errichten; die Produktion zog sich über nahezu drei Jahre hin. Das aufwendig komponierte Breitbildbild verzichtet fast vollständig auf klassische Dialogführung und Pointenstruktur und setzt stattdessen auf ein vielschichtiges visuelles und akustisches Gesamtkunstwerk, in dem an jeder Stelle des Bildes etwas geschieht. Diese radikale Machart machte den Film zu seiner Zeit zum finanziellen Fiasko, gilt heute jedoch als eines der ambitioniertesten und einflussreichsten Werke der Filmgeschichte – eine hellsichtige Auseinandersetzung mit einer modernen Welt am Rande des Abgrunds.
