SymbolbildGLORIA-Kino
Heimatfilm transnational
Mit: Vortrag: Prof. Dr. Beate Ochsner, Universität Konstanz, Medienwissenschaft
Roberto Rossellinis Stromboli – Terra di Dio (1950) verbindet neorealistische Verfahren mit einem modernen Kino subjektiver Wahrnehmung: Die als Hollywoodstar etablierte Ingrid Bergman trifft auf eine dokumentarisch anmutende Inselwelt, die soziale Realität und existenzielle Krise miteinander verschränkt. Im Zentrum steht Karin, eine Displaced Person, die durch die Heirat mit dem Fischer Antonio dem Flüchtlingslager entkommen will, auf Stromboli jedoch keine neue Heimat findet. Der Vortrag begreift den Film als „Ökologie der Unbehaustheit“, in der Zugehörigkeit von fragilen räumlichen, sozialen, materiellen und affektiven Beziehungen abhängt. Die Insel erscheint dabei nicht als Kulisse, sondern als widerständige Umwelt, an der die Vorstellung scheitert, Heimat lasse sich durch Heirat, Sesshaftigkeit und bloße Anwesenheit herstellen.
Institut für Europäische Kunstgeschichte





