
Heilbronn-Innenstadt · Heinrich-Fries-Haus
Bereits vor über 100 Jahren stellte sich der deutsch-italienische Theologe Romano Guardini (1885-1968) die Frage, ob der moderne Mensch noch liturgiefähig sei. Insbesondere die Zweckrationalität und instrumentelle Vernunft des herrschenden Kapitalismus bedrohe den Gottesdienst, der einer so ganz anderen Logik verpflichtet sei. In unserer gegenwärtigen Zeit ist neben diese Art des Wirtschaftens zusätzlich die sogenannte digitale Revolution getreten, die auch abseits der Diskussionen um ein Social-Media-Verbot für Jugendliche die Frage stellt, welche Bedeutung Liturgie als leiblich-zweckfreie Praxis überhaupt noch haben kann. Am Beispiel der Eucharistiefeier gehen wir diesen Fragen nach und versuchen Herausforderungen, Chancen und Perspektiven für die Liturgie in der gegenwärtigen Zeit zu identifizieren. Dem zeitgenössischen Zweck und Digitalfetisch werden die Begriffe „Spiel“ (Huizinga, Guardini) und „Ritual“ (Odenthal) entgegengestellt, denn: „Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“ (Schiller)
Katholische Erwachsenenbildung Stadt- und Landkreis Heilbronn e.V.