SymbolbildTheater Konstanz – Stadttheater
von Maria Lazar
Den Menschen in Dybern geht es gut. Die große Chemiefabrik sichert Arbeitsplätze und Wohlstand, die Zukunft scheint vielversprechend. Doch als eines Tages ein geheimnisvoller Nebel am Stadtrand aufsteigt, Tiere sterben und bald auch die ersten Menschen ums Leben kommen, rätseln die Menschen über die Ursache: Handelt es sich um eine göttliche Prüfung, eine Epidemie oder gar um ein von Menschen verursachtes Unheil? Bald überschlagen sich die Ereignisse, und die Stadt gerät in einen Ausnahmezustand. Während die Bevölkerung Schutz sucht und Antworten fordert, versuchen der Generaldirektor und seine Mitarbeiter, die Menschen unter Kontrolle zu halten. Sie wollen die Kontrolle um jeden Preis bewahren – auch wenn sie dafür Informationen zurückhalten, Verantwortung leugnen oder das Militär einsetzen müssen.
In ihrem 1933 uraufgeführten und nach nur zwei Aufführungen von den Nationalsozialisten abgesetzten Drama seziert Maria Lazar die Chronologie einer Katastrophe. Atmosphärisch und beklemmend verhandelt sie die Risiken technologischen Fortschritts und zeigt eine Gesellschaft, die sich von Innovation Wohlstand verspricht, aber unaufhaltsam auf Krieg und Zerstörung zusteuert.
Fast hundert Jahre nach der Uraufführung bringen der Regisseur und bildende Künstler Philipp Preuss und sein Team Maria Lazars in Vergessenheit geratenes Drama erstmals seit 1933 wieder auf eine deutsche Theaterbühne – und damit in eine Gegenwart, in der unser Verständnis von Gesellschaft und Staat mehr denn je durch die Entwicklung künstlicher Intelligenz und die Macht von Tech-Konzernen herausgefordert werden.
Ermäßigter Eintritt am Theaterspartag: 15 € auf allen noch verfügbaren Plätzen im Stadttheater
Dauer: 2:15 inkl. Pause
Theater Konstanz