Bild: 4028mdk09 · CC BY-SA 3.0
Ladenburg erinnert am 22. Oktober 2026 an die Deportation der letzten jüdischen Bürgerinnen und Bürger vor 86 Jahren. An diesem Tag wurden 1940 die letzten 27 jüdischen Männer, Frauen und Kinder aus Ladenburg nach Gurs gebracht. Nur acht von ihnen überlebten den Holocaust. Keiner kehrte nach Ladenburg zurück.
Bürgermeister Stefan Schmutz legte am Gedenkort weiße Rosen nieder. Die Stele in Form einer Tora steht nahe dem Marktplatz. Schülerinnen und Schüler des Carl-Benz-Gymnasiums gestalteten sie. Die Deportation begann am frühen Morgen des 22. Oktober 1940. Polizeibeamte und SS-Angehörige zwangen die jüdischen Menschen, schnell ihre Habseligkeiten zu packen. Sie mussten sich innerhalb von 20 Minuten auf dem Marktplatz versammeln.
Die 27 Menschen waren zwischen einem und 85 Jahren alt. Von Ladenburg wurden sie unter Bewachung nach Mannheim gebracht. Von dort aus kamen sie mit Tausenden anderen in das Internierungslager Gurs in Südfrankreich. Die Lebensbedingungen in Gurs waren sehr schlecht. Viele starben an Hunger, Krankheiten und Erschöpfung. Überlebende wurden später in Vernichtungslager deportiert und ermordet.
Ruth Steinfeld gehört zu den Deportierten aus Ladenburg. Sie lebt heute in den USA und erhielt 2025 das Bundesverdienstkreuz. Ihre Geschichte zeigt das Leid der Verfolgten und die Bedeutung der Erinnerung. Sie ruft dazu auf, Antisemitismus und Ausgrenzung zu bekämpfen. Die Spuren des jüdischen Lebens in Ladenburg sind bis heute sichtbar. Eine Broschüre stellt 16 Orte vor, die daran erinnern.
Die Gemeinde Ladenburg erinnert an die Deportation jüdischer Bürger im Jahr 1940. Die Ereignisse gehören zur Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocaust. Gedenkorte und Broschüren helfen, das Wissen über die Vergangenheit zu bewahren. Erinnern bedeutet auch, aus der Geschichte zu lernen und Diskriminierung heute entgegenzutreten.
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