SymbolbildBild: Yair-haklai · CC BY-SA 4.0
München diskutiert, wie viel Lohn nötig ist, um hier gut leben zu können. Die Beschäftigungskonferenz 2026 fand im Rathaus statt. Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Gewerkschaften und Politik tauschten sich aus. Bürgermeisterin Verena Dietl eröffnete die Konferenz. Sie sagte, dass wirtschaftlicher Erfolg nur zählt, wenn alle gut davon leben können. Vollzeitbeschäftigte sollen ohne zusätzliche Hilfe in München leben können. Deshalb ist die Diskussion über einen Living Wage wichtig.
Der gesetzliche Mindestlohn gilt überall in Deutschland gleich. Ein Living Wage richtet sich nach den Lebenshaltungskosten vor Ort. In Städten mit hohen Mieten liegt er oft höher als der Mindestlohn. Lauren Wetherilt und Sara Johnson von der Living Wage Foundation erklärten das Modell am Beispiel von London. Dort können Firmen sich freiwillig verpflichten, einen Living Wage zu zahlen. Der wird regelmäßig neu berechnet und berücksichtigt die höheren Kosten.
Professor Mario Bossler von der Technischen Hochschule Nürnberg gab einen Überblick zu den Effekten des Mindestlohns. Er sprach auch über Folgen höherer Löhne für die Wirtschaft. Danach diskutierten Bossler und Wetherilt mit Vertretern aus Gewerkschaften, Unternehmen und Politik. Sie sprachen über Chancen für Beschäftigte und Auswirkungen auf Firmen. Die Diskussion ging auch um Tarifautonomie und Mindestlohn. Außerdem ging es um die Rolle der Stadt, um existenzsichernde Löhne zu fördern.
Die Konferenz zeigte, dass es wichtig ist, soziale und wirtschaftliche Fragen zusammen zu betrachten. Erfolg der Wirtschaft bedeutet nicht automatisch, dass alle gesellschaftlich teilhaben können. Der Stadtrat will die Chancen eines Living Wage in München besser sichtbar machen. Die Konferenz gab dafür einen ersten fachlichen Impuls. Sie verband Erfahrungen aus London mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und lokalen Sichtweisen.
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