SymbolbildBild: Peterf · CC BY-SA 4.0
München entfernt die Namen von zwei Kriegsverbrechern am Kriegerdenkmal in Forstenried. Die Stadt hat die Namen mit Metallbalken unkenntlich gemacht. Eine neue Tafel mit einem QR-Code erklärt die Geschichte des Denkmals und den Grund für die Änderung.
Die Stadt will so die Erinnerung an das Denkmal kritisch hinterfragen. Das Kulturreferat und der Bezirksausschuss 19 laden am Donnerstag, 22. Oktober, um 16 Uhr zu einer Veranstaltung ein. Die Vorstellung der Kommentierung findet im Pfarrsaal der Katholischen Kirchenstiftung Heilig Kreuz Forstenried in der Forstenrieder Allee 180 statt. Kulturreferent Marek Wiechers und Bezirksausschuss-Vorsitzender Dr. Ludwig Weidinger eröffnen die Veranstaltung.
Die Historikerin Dr. Karin Pohl und die Kulturwissenschaftlerin Dr. Bettina Keß sprechen über die Geschichte des Denkmals. Sie erklären auch, welche Bedeutung Kriegerdenkmäler heute haben. Außerdem geht es um einen verantwortungsvollen Umgang mit solchen Denkmälern. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht nötig.
Das Kriegerdenkmal in Forstenried erinnert seit 1922 an gefallene Soldaten des Ersten Weltkriegs. 1951 ergänzte man die Namen ziviler Opfer und gefallener Soldaten des Zweiten Weltkriegs. Unter den Namen standen auch die Brüder Ludwig und Josef Kübler. Beide wurden 1947 wegen Kriegsverbrechen verurteilt und hingerichtet.
Die Stadt München reagiert auf die belastete Geschichte von zwei Personen am Denkmal. Die Ergänzung mit einer Erklärung soll helfen, die Geschichte besser zu verstehen. Kriegerdenkmäler erinnern an Menschen, die in Kriegen gestorben sind. Sie zeigen oft nur den Heldentod und nicht die ganze Geschichte. Deshalb gibt es heute oft Diskussionen, wie man mit solchen Denkmälern umgehen soll. Eine kritische Aufarbeitung hilft, die Vergangenheit differenzierter zu sehen und den Opfern gerecht zu werden.
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