München ändert die Vergabe von städtischen Wohnbaugrundstücken. Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung testet ein neues Verfahren. Es setzt auf eine Juryentscheidung statt auf ein Punktesystem. Das soll mehr Vielfalt bei den Bewerbungen bringen. Die Jury soll ähnlich zusammengesetzt sein wie bei Wettbewerben. Die Idee kommt von Stadtratsmitgliedern der Grünen-Fraktion. Sie argumentieren, dass das Punktesystem zu viele ähnliche Bewerbungen erzeugt. Die Juryentscheidung berücksichtigt besser die individuellen Schwerpunkte der Bewerber.
Die Stadt plant das neue Verfahren als Pilotprojekt. Seit 15 Jahren nutzt München ein Konzeptverfahren. Dabei zählen die Qualität und Nachhaltigkeit der Bewerbungen. Die Vergabe erfolgt an Genossenschaften und private Bauträger. Die Stadt vergibt keine Grundstücke mehr nach Höchstpreis. So entstehen stabile Nachbarschaften und bezahlbarer Wohnraum. Über 50 Konzeptverfahren wurden schon durchgeführt. Die Bewerber können optionale Angebote zu sozialen und ökologischen Themen machen. Die Bewertung nutzt einen Punkterahmen, aber kein starres Punktesystem. Ein fachbereichsübergreifendes Gremium bewertet die Konzepte. Es besteht aus Experten aus Wohnungsbau, Sozialplanung und Umwelt. Die mitbauzentrale münchen berät das Gremium anonymisiert.
Die Stadt prüft regelmäßig, ob das Verfahren verbessert werden kann. Ein Wechsel zu einer Jury wie in Tübingen ist derzeit nicht geplant. Dort liegt der Fokus auf kleinteiligem Wohnraum und Eigentum. München verfolgt dagegen eine effiziente Vergabe für großen Mietwohnungsbau. Die Unterschiede in den Zielen und Rahmenbedingungen machen eine Übertragung schwierig. Die Stadt bittet um Kenntnisnahme der Ausführungen. Damit ist die Angelegenheit abgeschlossen.
Die Konzeptvergabe bedeutet, dass Bewerber ein Gesamtkonzept für ein Grundstück vorlegen. Die Stadt bewertet die Konzepte nach Qualität und sozialen sowie ökologischen Kriterien. Dabei spielt nicht nur der Preis eine Rolle. Das Verfahren soll fair und transparent sein. Eine Juryentscheidung ist eine andere Form der Auswahl. Sie setzt auf eine Gruppe von Fachleuten, die die Bewerbungen gemeinsam bewerten. Die Stadt München nutzt diese Methode bisher nicht, weil sie ein schnelles und effizientes Verfahren bevorzugt. Die Entscheidung für ein Verfahren hängt von den Zielen und Bedingungen der Stadt ab. Konzeptverfahren helfen, bezahlbaren Wohnraum mit guter Qualität zu schaffen.
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