
Forum Mitte
Nach dem von vielen Zeitgenossen wahrgenommenen Reformstau der Adenauerzeit kam es seit der sozialliberalen Wende des Jahres 1969 zu einer stärkeren Demokratisierung und Liberalisierung von Politik und Gesellschaft. Wenn Bundeskanzler Willy Brandt in seiner berühmten Regierungserklärung 1969 ausdrücklich davon sprach, „mehr Demokratie wagen“ zu wollen, so gab er damit – inmitten von Außerparlamentarischer Opposition und 68er-Bewegung – eine Parole aus, die viele neue Initiativen auf den Feldern beispielsweise von Gleichberechtigung von Mann und Frau, betrieblicher Mitbestimmung, Umweltschutz und Aufrüstung beflügelte. Der Vortrag thematisiert die gesellschaftliche und politische Dynamik, die von diesen Bewegungen ausging, und geht zugleich der Frage nach, inwiefern diese Bewegungen auch ein neues Verständnis der Grundrechte hervorbrachten. Referent: Dr. Carsten Kretschmann lehrt seit 2005 Neuere Geschichte am Historischen Institut der Universität Stuttgart. Nach dem Studium der Geschichte, der Germanistik und des Öffentlichen Rechts hat er sich in verschiedenen Publikationen immer wieder mit der Rolle von Bürgertum und Bürgerlichkeit im 19. und 20. Jahrhundert auseinandergesetzt. Zurzeit ist er maßgeblich an einem Projekt beteiligt, das sich unter dem Titel „Wehrhafte Demokratie“ mit der totalitären Herausforderung der demokratischen Gesellschaft beschäftigt.
Abendkasse: 5,00€
Heimatverein Waiblingen e.V. Gesellschaft für Stadt- und Kunstgeschichte