Bild: Martin Lindner · CC BY-SA 4.0
Im ehemaligen Steinbruch Böhnlich in Walzbachtal-Wössingen lagern etwa 1,6 Millionen Tonnen Filterstäube aus der Zementproduktion. Die Ablagerungen stammen aus den Elektrofiltern des Zementwerks Wössingen und enthalten Schadstoffe wie Chrom(VI) sowie Spuren von Blei, Cadmium und anderen Schwermetallen. Die Ablagerung begann schon in den 1960er Jahren, bevor es klare Umweltgesetze gab.
Die nördliche Felswand des Steinbruchs sichert die Filterstaubhalde. Seit 2020 ist bekannt, dass die Felswand durch Erosion geschwächt ist. Die Wand zeigt Risse und teilweise treten die Filterstäube offen zutage. Das Landratsamt Karlsruhe untersuchte die Stabilität der Felswand und bewertete sie 2022 als stark einsturzgefährdet. Abrisse und Rutschungen sind in den nächsten Jahren wahrscheinlich.
Seit den 1980er Jahren überwachen Behörden das Grundwasser im Einflussbereich der Halde. Dabei wurden höhere Werte von Chrom(VI) und Sulfat an mehreren Messstellen festgestellt. Trinkwasserbrunnen sind bisher nicht betroffen. Die Luftbelastung durch Schadstoffe ist noch unklar. Die Behörden haben zusätzliche Messstellen eingerichtet und das Monitoring ausgeweitet.
In den frühen 1990er Jahren wurde die Halde mit mineralischen Schichten abgedeckt, um den Zutritt von Regenwasser zu verhindern. Das soll verhindern, dass Schadstoffe ins Grundwasser gelangen. Die Ablagerung von Filterstäuben wurde 1989 verboten. Die Behörden suchen nach technischen Lösungen, um die Felswand zu sichern und die Filterstäube langfristig zu schützen oder zu entfernen.
Filterstäube entstehen bei der Reinigung von Abgasen in der Zementproduktion. Sie können Schadstoffe enthalten, die für Umwelt und Gesundheit gefährlich sind. Die Ablagerung solcher Stäube muss streng überwacht werden, um Belastungen von Boden, Wasser und Luft zu vermeiden. Die Stabilität von Halden und Sicherungswänden ist wichtig, um ein Austreten von Schadstoffen zu verhindern. Regelmäßige Kontrollen helfen, mögliche Gefahren früh zu erkennen.