SymbolbildBild: Manuel Meyr · CC BY-SA 4.0
Archäologen haben am Kindergartenquartier in Merklingen von Februar bis August 2026 gegraben. Die Arbeiten fanden vor einer Neubebauung statt. Die Grabungen liegen auf einem archäologischen Kulturdenkmal. Die Funde gehören dem Land Baden-Württemberg. Die Stadtverwaltung darf deshalb nicht selbst informieren. Der Bericht stammt vom Landesamt für Denkmalpflege in Stuttgart.
Die Grabung zeigte viele unerwartete Ergebnisse. Sie ergänzt die Geschichte von Merklingen sehr. Die Ortschaft wurde schon im Frühmittelalter gegründet. Die Grabungen fanden eine große Mauer. Sie ist 1,85 Meter dick und über 50 Meter lang. Die Mauer umschloss wohl eine Burganlage. Die Burg lag erhöht und war gut zu verteidigen.
Neben der Burgmauer fanden die Forscher ein Fundament eines Brunnens. Dazu gehört ein Wasserkanal, der wahrscheinlich im Burggraben endete. Ein großer Kalkbrennofen wurde entdeckt. Er diente zum Kalkbrennen für Bauarbeiten. Ein Holzgebäude aus dem Spätmittelalter stand vor der Mauer. Es wurde durch Feuer zerstört. Es hatte mehrere Herdstellen und war möglicherweise handwerklich genutzt.
Im Bereich nördlich der Grabung fanden sich 39 frühmittelalterliche Gräber. Dort wurden Männer, Frauen und Kinder bestattet. Die Toten hatten Beigaben wie Waffen, Schmuck und Tracht. Einige Männergräber waren sehr reich ausgestattet. Ein Grab enthielt ein Goldblattkreuz als christliches Symbol. In mehreren Gräbern lagen auch römische Gegenstände. Diese sind älter als die Gräber und könnten aus Plünderungen stammen.
Die Gräber zeigen eine kleine, wohl elitäre Gemeinschaft. Im Nordwesten fanden sich vier neolithische Hockergräber mit Artefakten. Die Grabung bereichert das Wissen über die Geschichte von Merklingen und stellt neue Fragen zur mittelalterlichen Entwicklung.
Die Grabung am Kindergartenquartier war nötig, bevor dort neu gebaut wird. Das Landesamt für Denkmalpflege überwacht solche Arbeiten, wenn archäologische Stätten betroffen sind. Eine Rettungsgrabung sichert wichtige Funde vor dem Verlust durch Bauarbeiten. Archäologische Grabungen helfen, die Geschichte eines Ortes besser zu verstehen. Sie zeigen, wie Menschen früher lebten und welche Bauwerke sie nutzten. Funde wie Gräber, Mauern und Werkzeuge geben Einblick in vergangene Zeiten und Kulturen.
Einordnung der Redaktion, keine Aussage der Quelle.