SymbolbildBild: Memorino · CC BY-SA 3.0
Elsässische Flüchtlinge kommen am 15. Dezember 1915 nach Weil der Stadt. Insgesamt nimmt das Oberamt Leonberg 150 Personen aus dem Elsaß auf. 21 dieser Flüchtlinge wohnen in Weil der Stadt. Sie stammen aus der Ortschaft Altkirch bei Mühlhausen im Elsaß. Die Flüchtlinge mussten 15 Kilometer zu Fuß nach Mühlhausen gehen. Von dort brachte sie ein Zug nach Leonberg. Die Flüchtlinge hatten nur das, was sie tragen konnten oder einen kleinen Koffer. Die Familie Gasser aus Altkirch lebt später dauerhaft in Weil der Stadt.
Die Bevölkerung von Weil der Stadt versorgt die Flüchtlinge mit wichtigen Alltagsgegenständen. Einige Flüchtlinge müssen für die Hilfe bezahlen. Die Stadt sucht Wohnungen oder Zimmer, damit die Familien zusammenbleiben können. Andere Flüchtlinge wohnen bei einheimischen Familien. Die elsässische Regierung zahlt pro Tag und Person Geld für die Versorgung. Die meisten Einwohner von Weil der Stadt sind katholisch und arbeiten in der Landwirtschaft. Trotz des gemeinsamen Glaubens begegnet die Bevölkerung den Flüchtlingen mit Misstrauen.
Eine Akte mit dem Aktenzeichen 7095 aus dem Stadtarchiv Weil der Stadt enthält viele Dokumente zu den Flüchtlingen. Darin sind Monatsabrechnungen, Schriftverkehr und Listen der Familien. Auch Anweisungen des Kaisers von Elsaß-Lothringen sind enthalten. Die Akte zeigt ein seltenes und genaues Bild der Flüchtlingssituation während des Ersten Weltkriegs in Weil der Stadt.
Die Akten stammen aus dem frühen 20. Jahrhundert und ordnen die Verwaltungsvorgänge systematisch. Die Akten helfen, frühere Ereignisse zu verstehen. Flucht entsteht oft durch Krieg oder Verfolgung. Flüchtlinge müssen oft alles zurücklassen und an neuen Orten neu anfangen. Archivdokumente bewahren solche Geschichten für die Zukunft auf.
Einordnung der Redaktion, keine Aussage der Quelle.