SymbolbildBild: TheCarnil2 · CC BY-SA 4.0
Weinheimer Gruppen und das Stadtarchiv organisieren am 22. Oktober einen Besuch der Stolpersteine. Die Veranstaltung findet rund um den Rodensteiner Brunnen in Weinheim statt. Sie erinnert an die jüdischen Menschen, die am 22. Oktober 1940 von den Nazis deportiert wurden.
Am 22. Oktober 1940 verschleppten die Nazis über 6500 Juden aus der Pfalz und Baden in das Lager Gurs in Südfrankreich. In Weinheim liegen rund 50 Stolpersteine vor den Häusern, in denen die Opfer einst lebten und arbeiteten. Diese kleinen Gedenksteine ragen aus dem Pflaster heraus und tragen die Namen der deportierten Menschen.
Das Organisationsbündnis besteht aus dem Stadtarchiv, der Gruppe „Weinheim bleibt bunt“, den Grünen und dem Freundeskreis Weinheim-Ramat Gan. Sie laden die Bevölkerung ein, an einem Spaziergang teilzunehmen. Die Gruppe will die Stolpersteine besuchen, sie symbolisch reinigen und an die Menschen erinnern.
Stadtachivarin Andrea Rößler forscht seit Jahren zur jüdischen Geschichte in Weinheim. Sie hat eine Broschüre über die Stolpersteine mitveröffentlicht. Die Initiatoren betonen die Bedeutung der Erinnerung angesichts wachsender antisemitischer Tendenzen.
Der Spaziergang beginnt am 22. Oktober um 16 Uhr am Rodensteiner Brunnen. Stationen sind unter anderem die Hauptstraße 17 und 28, die Tannenstraße 13, die Lindenstraße sowie die Friedrichstraße 5. Hier lebten Emma Lehmann, Friederike Oppenheimer, Max Neu, Hannchen Neu, Heinrich Weil, Christine Weil, Ludwig Altstädter, Karolina Altstädter, die Familie Oppenheimer und weitere Deportierte.
Oberbürgermeister Michael Möslang, Vertreter des Jugendgemeinderats und Schüler des Werner-Heisenberg-Gymnasiums mit ihrem Geschichtslehrer Konrad Fink nehmen teil. Die Teilnahme ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich.
Die Stolpersteine erinnern an jüdische Menschen, die während der Nazi-Zeit verfolgt und deportiert wurden. Sie liegen vor den ehemaligen Wohnhäusern der Opfer. Diese Gedenksteine sind Teil einer bundesweiten Aktion.
Die Erinnerung an diese Geschichte hilft, das Bewusstsein für die Folgen von Antisemitismus zu stärken. Sie zeigt, dass die Geschichte der Menschen in der Stadt sichtbar bleibt. Solche Veranstaltungen fördern das Verständnis und die Achtung für die Menschenrechte.
Einordnung der Redaktion, keine Aussage der Quelle.