GLORIA-Kino
Heimatfilm transnational
Mit: Vortrag: Prof. Dr. Malte Hagener, Universität Marburg, Institut für Medienwissenschaft
Der Begriff Heimsuchung deutet in zwei Richtungen: Einmal kann man nach einem Heim suchen, in einem aktiven Prozess der Gestaltung von Heimat. Andererseits bezeichnet Heimsuchung auch einen Schicksalsschlag, der als Prüfung Gottes empfunden wird. Hierbei – was an Sigmund Freuds Ausführungen zur „Un-heimlichkeit“ erinnert – dringt etwas von außen in das Leben ein (im süddeutschen Sprachraum kann Heimsuchung auch eine „Hausdurchsuchung“ sein). So oszilliert die Heimsuchung zwischen dem Wunsch nach Geborgenheit, dem Streben nach Glück und dem Ausgeliefertsein gegenüber Kräften, die der Einzelne nicht zu kontrollieren vermag. Diesen semantischen Raum, den Jenny Erpenbeck in ihrem Roman eröffnet, hat Volker Schlöndorff in seinem 24. Film in bewegte Bilder umgesetzt.
Institut für Europäische Kunstgeschichte

